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Eventfotografie - Momente festhalten

07.04.2021 | Bochum

Kind mit Sonnenbrille

Caroline Seidels Liebe zur Fotografie hat früh angefangen – mit sechs Jahren bekam sie ihre erste Kamera geschenkt und seitdem ist diese ihr ständiger Begleiter. Nach der Schule studierte Caroline Foto- und Kommunikationsdesgin an der Fachhochschule Dortmund und volontierte anschließend bei der Deutschen Presseagentur (dpa). Ihre Leidenschaft hat sie mittlerweile zum Beruf gemacht und ist seit 2012 als selbstständige Fotografin u.a für die Eventagentur REVIERKÖNIG tätig. Wir freuen uns, mit ihr heute über die Do´s and Don´t der Eventfotografie zu plaudern.

Collage Bilder von Caroline Seidel

RK: Caro, warum ist eine professionelle Eventfotografie so wichtig?

CS: Der oft zitierte Spruch "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" bringt es auf den Punkt.

Mit einer aussagekräftigen Fotografie können Geschichten erzählt, Emotionen hervorgerufen und Botschaften vermitteln werden. Während eines Events „passiert“ zudem einiges - das kann eine unerwartete Dankesrede von Mitarbeitern an das Unternehmen, ein Changeprozess, der zu mehr Teamgeist führt oder auch die Prämierung eines Lebenswerks sein.

Diese wichtigen und oft richtungsweisenden Veränderungen während eines Events dokumentiere ich mit der Eventfotografie.

RK: Wie bereitest du dich als Fotografin auf ein Event vor?

CS: Reden, Fragen und Erfahrungen einbringen. Für meine Vorbereitung ist es wichtig, die Hintergründe des Auftrages zu kennen. Für wen mache ich die Fotos? Welche Aspekte des Events sind dem Kunden wichtig? Welche Botschaft sollen die Fotos vermitteln? Für welche Medien werden diese im Anschluss benötigt? Wie wird die Veranstaltung ablaufen? Von euch, dem REVIERKÖNIG, bekomme ich ja immer ein ausführliches Fotobriefing, mit dem ich sehr gut arbeiten kann.

Aufgrund dieses Briefings bin ich somit auch in der Lage, auf spontane Ereignisse und Veränderungen im Ablauf, reagieren zu können. Ich bleibe im Hintergrund, beobachte das Geschehen und sammle viele schöne und wichtige Foto-Eindrücke der Veranstaltung. 

RK: Was muss beim Thema Licht beachtet werden und gibt es Unterschiede zwischen den Eventformaten?

CS: Anders als bei der Studiofotografie hat der Fotograf bei der Eventfotografie in der Regel nur die Möglichkeit, mit dem vorhandenen Licht zu arbeiten und sich auf die vorhandenen Gegebenheiten vor Ort einzustellen. Das geringere Foto-Equipment unterstützt die benötigte Mobilität des Fotografen und gibt diesem die Chance, die natürliche Lichtstimmung vor Ort auf den Fotos gut einfangen zu können. Denn ich bin ja nicht, wie in der Studiofotografie, an einen Standpunkt gebunden.

Eventfotografie birgt jedoch auch die Schwierigkeit, dass es oft nicht hell genug ist und die Lichtverhältnisse sehr große Unterschiede aufweisen. So ist die Bühne meist ausreichend hell beleuchtet - das Publikum leider jedoch nicht. Hier hilft Erfahrung, Ruhe und Geduld. Manchmal muss gewartet werden bis Licht und Motiv perfekt zueinander passen.

Was ich bei größeren und aufwenigeren Events empfehle, den Fotografen im Vorfeld in die Lichtplanung mit einzubinden, um wichtige Szenen gut darstellen zu können.

Natürlich hat jedes Eventformat seine Besonderheiten. Eine Tagung hat andere Schwerpunkte als ein Outdoor Mitarbeiterincentive. Für alle Veranstaltungen gilt jedoch: die Reduktion auf das Wesentliche und die Wiedergabe des Kerns. Als Fotografin passe ich mich und meine Ausrüstung den Gegebenheiten vor Ort an und gehe auf die Besonderheiten jeder Veranstaltung ein. 

Bilder Collage Events

RK: Das Thema Datenschutz wird immer wichtiger, was gilt es hier bei den Fotografien zu beachten? 

CS: Datenschutz bezeichnet allgemein gesprochen den "Schutz von personenbezogenen Daten“. Er soll somit die Rechte des Einzelnen in Bezug auf seine Daten schützen. Aus diesem Grund sollte man sich immer VOR einer Veranstaltung über die aktuellen Richtlinien informieren. Generell gilt in Bezug auf Fotografie: es ist wichtig, die Teilnehmer zu informieren, dass diese fotografiert werden und wofür die Fotografien benötig verwendet werden. Mehrere große Aushänge z.B. auf einem Fest helfen, die Teilnehmer entsprechend aufzuklären.

Auch bei der Einladung kann schon darauf hingewiesen werden, dass ein Fotograf/in eine die Veranstaltung begleiten wird. Personen, die nicht fotografiert werden möchten, sollten sich aktiv an den Fotografen/in wenden, dann können die Bilder direkt vor Ort gelöscht werden. Oder man verteilt Klebepunkte an Personen, die nicht im Bild festgehalten werden wollen. Es empfiehlt sich also immer, einen Blick in die aktuellen Richtlinien zu werfen.

Bei nicht eindeutiger Ausgangslage können auch Bilder mit etwas Geschick so fotografiert werden, dass die Personen nicht zu erkennen sind und trotzdem die Geschichte der Veranstaltung erzählt werden kann.

RK: Was passiert bei der Nachbearbeitung der Bilder?

CS: Bei großen Events entsteht schnell eine vierstellige Anzahl an Bilder. Somit muss zunächst eine Bildauswahl getroffen werden. Diese gilt es zu sichten und zu entscheiden, welche die Geschichte am besten erzählen. Ist die Auswahl getroffen, erfolgt die Bearbeitung der Bilder. Farbigkeit sowie der Bildausschnitt werden angepasst, um eine homogene Reportage zu erhalten. Im Fotobriefing macht ihr hierzu ja entsprechende Angaben.

RK: Wofür können die Fotos im Nachhinein genutzt werden?

CS: Fotos dienen der Erinnerung und sind Zeitzeugen. Spätestens beim 50-jährigen Firmenjubiläum werden die Bilder von der Feier des 25-jährigen Jubiläums für schöne Momente sorgen. Aussagekräftige Bilder sind eine tolle Werbung für jedes Unternehmen. So können Bilder eine Image kreieren, Sympathien wecken und eine Botschaft vermitteln.

Die genaue Nutzung sowie die Nutzungsdauer der Fotografien unterliegen jedoch auch der individuellen Vereinbarung mit der Fotografin, dem Fotografen (Nutzungsrechte).

RK. Liebe Caro, ganz lieben Dank für das Interview. Und wir freuen uns schon sehr, mit dir das nächste analoge Event in vielen, vielen Bilder festzuhalten.